Kolonien

Kolonien

Kolonien (vom lat. colōnus, Feldbauer), im allgemeinen Niederlassungen im fremden Lande, vorzugsweise aber Ansiedelungen in einem entlegenen, bes. überseeischen Lande von einem alten Kulturlande aus; werden durch einen Überschuß von Kapital- und Volkskraft, Unternehmungslust oder auch durch wirtschaftliche Not und proletarische Übervölkerung des Mutterlandes hervorgerufen. Je nachdem ein Gebiet für weiße Besiedelung oder nur für Bewirtschaftung durch Farbige geeignet ist, unterscheidet man jetzt Ackerbau- und Siedelungs- oder Pflanzungs- und Ausbedeutungskolonien. Die für ersten Zweck geeigneten Länder sind heute bereits durchweg zu erheblicher Entwicklung gelangt und teilweise selbständige Staatswesen geworden. Über die beste Art der Bewirtschaftung der heute fast ausschließlich in Betracht kommenden Ausbeutungskolonien sind die Ansichten noch nicht geklärt. [S. Beilage: Kolonien und die Beilagen zu den Erdteilen, sowie die Karte: Deutsche Kolonien und die Karten zu den Erdteilen.] – Vgl. Roscher und Jannasch (3. Aufl. 1885); Zimmermann, »Europ. Kolonien« (5 Bde., 1896-1903); Leroy-Beaulieu (franz., 4. Aufl. 1902); Schäfer (1903); Zimmermann, »Kolonialpolitik« (1905); Florack (1905).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.


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